die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Mit Kindern gesegnet ist ein in dem schweizerischen Wallfahrtsorte Einsiedeln wohnhaftes Ehepaar. Dieser Tage wurde der 28. Sprößling zur Taufe getragen. Von den Kindern sind 25 am Leben, 14 Knaben und 11 Mädchen.
Der Schluß der Jagd auf Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. erfolgt in diesem Jahr mit dem Ablauf des 16. November.
Groß Gastrose: (Vortragsabende) Am vergangenen Sonntag veranstaltete Lehrer Schaefer-Niemitzsch im Kois´schen Saale hierselbst einen Vortragsabend, der die Nordpolexpedition zum Gegenstand hatte. Der interessante Vortrag wurde durch 60 Lichtbilder demonstriert. Die gleichen Vorführungen bot der Redner auch in Horno, Reichersdorf und Schenkendorf.
Uns wird geschrieben:“ Guben ist wohl eine sehr musikalische Stadt?“. Diese Äußerung kann man auswärts sehr oft hören. Wer die Frage mit ja beantwortet, hat sicher recht, wer sie aber verneint, hat auch recht. Wir wollen die Frage zunächst einmal bejahen. Wo ist eine Stadt wie Guben, die jährlich, d. h. im Winterhalbjahr zu hören bekommt: Etwa 12 Symphoniekonzerte, ebensoviel Künstlerkonzerte, 8 bis 10 Militärkonzerte, 6 Volksbildungskonzerte, 2 Kirchenkonzerte, eine große Zahl von Musikaufführungen von Seiten der vielen Gesangvereine, u. s .w. u. s .w. Es kann gewiß damit der größte musikalische Heißhunger gestillt werden. Dieser Umstand hat gewiß den oben erwähnten Ruf zur Folge gehabt. Es wird hier riesig viel Musik gemacht, das ist eine unbestrittene Tatsache. Wie sieht es aber auf der anderen Seite des auswärts verliehenen musikalischen Diploms aus? Daß es gleich gesagt sein mag: Alle größeren musikalischen Unternehmungen schließen hier in Guben mit einem Defizit ab. Woher kommt das? Die Zahl der Konzerte ist viel zu groß und muß deshalb vermindert werden. Es ist sehr lobenswert, daß die Unternehmer größerer Aufführungen bereits zu der Einsicht gekommen sind. Wir werden in diesem Winter einige Symphoniekonzerte weniger haben. Weshalb kommen so viele auswärtige Künstler nach hier? Guben steht im Musikerkalender mit einer Einwohnerzahl von nahezu 40 000 verzeichnet. Das verleitet viele, hier Konzerte zu veranstalten, denn in solcher Stadt muß was zu „machen“ sein. Wer aber geht von den 40 000 Einwohnern in ein Konzert? 35 000 kann man davon gleich subtrahieren, die überhaupt kein Konzert besuchen; viele leisten sich mal einen musikalischen Genuß, wenn es kein Entree kostet oder ganz billig ist. Für die wertvollen Konzerte bleibt mithin nur eine ganz kleine Gemeinde, auf die sich dann alles stürzt. Die Folge davon ist, dass die großen Konzerte recht schwach besucht sind. Das erste Konzert der Stadtkapelle hat dies in diesem Jahre schon wieder bestätigt, trotzdem Herr Wolff doch recht schwere pekuniäre Opfer bringt, um etwas Besonderes zu bieten. Das erste Konzert der Konzertkapelle war leider auch nur mäßig besucht. Der Musikverein, der ja auch beständig mit Unterbilanz arbeitet, sammelt jetzt die Beiträge von seinen Mitgliedern und wird sein erstes Konzert am 20. November geben mit dem hier besteingeführten Klaviervirtuosen G. Bertram aus Berlin. Was ein solches Engagement für Kosten verursacht, davon hat man meist kein Ahnung. Möchten diese Zeilen dazu beitragen, dass gerade die hier veranstalteten Symphoniekonzerte, die nun einmal doch das Wertvollste bleiben, von dem besseren Publikum recht kräftig unterstützt werde.
Einen Seeadler erlegt Der Königl. Förster Ludwig aus Rampitz schoß am Neiskersee einen prächtigen Seeadler von 2,80 Mtr. Flügelspannung und 9 Pfund Gewicht. Es ist dies seit 16 Jahren das erste Mal wieder, daß ein Seeadler in unserer Gegend erlegt wurde.

Wie man erfrorene Früchte auftaut. Es kommt häufig vor, daß beim Obstversandt, der sich ja stets weit in den Spätherbst hineinzieht, durch plötzlichen Eintritt von Frost ein Teil der Früchte unterwegs erfriert und in recht unansehnlichem Zustande am Bestimmungsort anlangt. Früchte mit leichten Frostschäden sind indes keineswegs verloren zu geben, wenn es gelingt, sie zweckmäßig aufzutauen. Vielfach wird angeraten, erfrorene Aepfel und Birnen sofort in kaltes Wasser zu legen. Versuche die man in dieser Hinsicht neuerdings angestellt hat, haben aber ergeben, daß der Auftauungsprozess im Wasser viel zu schnell vor sich geht, und die Zellgewebe, auch wenn das Wasser sehr kalt war, durch das Auftauen mehr beschädigt wurden als durch das Erfrieren. Sobald das kalte Wasser nämlich mit den erfrorenen Stellen in Berührung kommt, bildet sich auf ihnen ein Eisüberzug. Infolge dieser Eisbildung findet aber im Innern des Zellgewebes gleichzeitig auch eine Wärmeentwicklung statt, und diese Wärme wirkt so intensiv auftauend auf die erfrorenen Zellen ein, daß ihre dünnen Wände gerissen werden. Das Auftauen erfrorener Früchte muß also unbedingt an der Luft vor sich gehen, aus der man die Früchte dann ganz allmählich in die etwas wärmere Kellertemperatur bringt. Ueberflüssiges Berühren der Früchte und dergleichen sind streng zu vermeiden. Die Wiederverwendbarkeit einer erfrorenen Frucht hängt fast nur davon ab, daß der Uebergang der Gefriertemperatur in die normale Wärme des Aufbewahrungsraumes, die sich aber auch nur in sehr mäßigen Grenzen halten darf, so langsam wie möglich stattfindet. Gelingt dies, so ist auch die Ankunft einer durch den Frost beschädigten Obstsendung kein unheilbarer Schaden.
