die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
In dem Befinden Rudolf Virchows, der sich in Harzburg aufhält, ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Geheimrath Virchow hat allerdings in der letzten Zeit mehrfach an Athemnoth gelitten, doch gab sein Zustand keineswegs zu irgendwelchen Besorgnissen Anlaß. Dieser Tage wurde von Berlin ein Krankenwärter berufen, welcher aber nur den jetzigen Pfleger ablösen soll. In der Villa laufen täglich Briefe und Telegramme ein, durch welche Erkundigungen über das Befinden des berühmten Gelehrten eingezogen werden.


Die große Hitzeperiode hat ihren Höhepunkt am vergangenen Sonnabend mit 37,0 Gr. erreicht. Eine solche Hitze soll nach einer uns zugehenden Mitteilung außer in dem Jahre 1865 in den letzten 50 Jahren nicht vorgekommen sein. Die anhaltende Trockenheit hat in hiesiger Gegend viel Schaden angerichtet, viele Feldfrüchte sind in der Entwicklung zurückgeblieben, die Landwirte haben über Notreife zu klagen und auch unseren Gartenbauern ist viel Schaden zugefügt .
Getreideernte. Mit nicht geringer Sorge schauen die Landleute in die Zukunft. Eine gute Roggenernte steht in Mandeln auf dem Felde. Der infolge der vielen Regen vielfach gelagerte Roggen war im glühenden Sonnenbrande mühsam gemäht, und eben sollte die Einfuhr der Erstlingsgarben beginnen, da setzte die Regenzeit ein, die uns nun Tag für Tag strömende Regengüsse beschert. Was der scharfe trockene Wind des gestrigen Vormittags an Hoffnungen erweckte, das vernichtete der späte Nachmittag wieder gründlich: es gingen unheimliche Regenmassen nieder.
Wahl eines Oberpfarrers der Stadt- und Hauptkirche. Bei der gestern nachmittag im Stadtverordneten-Sitzungssaal vollzogenen Wahl eines Oberpfarrers für den am 1.Oktober d.J. nach 36 jähriger Dienstzeit in den Ruhestand tretenden Herren Oberpfarrers Büchner wurde Diakonus Adam mit Stimmenmehrheit gewählt.
Kein Papiergeld an Gefangene.
Deutsches Papiergeld (Reichsbanknoten, Darlehnskassenscheine) sollen nicht an deutsche Gefangene in feindlichen Ländern versandt werden, da die Gefangenen die deutschen Geldzeichen meist nicht verwenden können und deshalb vielfach die Annahme solcher Sendungen verweigern. Zweckmäßig wird Geld an Gefangene nur durch Postanweisung überwiesen. Postanstalten erteilen hierüber nähere Auskunft.
Wildernde Hunde.
Nach$ 64 des allgemeinen Landrecht darf niemand auf Jagdrevieren Hund laufen lassen, die nicht mit einem Knüttel, welcher sie an der Aufsuchung und Verfolgung hindert, versehen sind. Jeder Jagdberechtigte ist nach $ 65 a. a. D. berufen, ungeknüttelte Hunde, ebenso Katzen, die auf Jagdrevieren umherlaufen, zu töten, außerdem ist der Eigentümer der Tiere verpflichtet, daß Schußgeld zu zahlen.