die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Der Gubener Ruder-Club E. B. hat jetzt das fünfte Jahr seines Bestehens vollendet. In dem erschienenen Jahresbericht ist u. a. folgendes zu lesen: Fünf Jahre sind vergangen seit der Gründung des Gubener Ruder-Clubs ; lange nicht alles ist erreicht, was wir erstreben, aber doch haben wir das Recht, mit Freude und einem gewissen Gefühl des Stolzes auf die vergangene Zeit, auf das verflossene Jahr zurückzublicken. Wir können zunächst erfreulicher Weise feststellen, daß auch im Berichtsjahr die Zahl unserer Mitglieder weiter fortgeschritten ist, Ruderbetrieb und Bootsmaterial sich auf der Höhe befinden und die Kassen-Verhältnisse sich in aufsteigender Richtung bewegen. Wir wollen nicht verfehlen zu erwähnen, daß am 10. Juli 1910 unser Club als Mitglied in den deutschen Ruderverband aufgenommen wurde. Um uns sowie den umliegenden Provinzialvereinen Gelegenheit zu geben, sich ohne erhebliche Geldopfer an Regatten zu beteiligen, haben wir Schritte unternommen, eine Regattavereinigung der Rudervereine an der mittleren Oder ins Leben zu rufen. Die Angelegenheiten des Clubs wurden in 2 Haupt- und 12 Monatsversammlungen erledigt ; Vorstandssitzungen wurden nach Bedarf abgehalten. An Mitgliedern waren am 31. Dez. 1910 35 ausübende und 72 unterstützende, zusammen also 107 zu verzeichnen. Die schon seit einigen Jahren schwebende Angelegenheit des Bootshausneubaues dürfte nunmehr in absehbarer Zeit zu glücklichem Ende geführt werden. Durch die hochherzige Stiftung eines Mitgliedes ist uns am Koenigspark ein Terrain zur Verfügung gestellt worden, das unsern Wünschen an Lage, Größe und Umgebung in jeder Weise entspricht. Sobald die Verhandlungen mit der Strombauverwaltung und dem Stadtbauamt beendigt sind, werden wir mit dem Bau beginnen. Es sind gezeichnet worden 8200 M, an eigenen ersparten Geldern besitzen wir 1700 M, zusammen 9900 M. Wir hoffen mit dieser Summe unseren Mitgliedern ein, wenn auch einfaches, so doch zweckentsprechendes; geräumiges Heim zu schaffen. Den Bootspark haben wir mit Rücksicht auf den geplanten Bootshausneubau in diesem Jahre nicht vergrößert. Die Boote sind in guter Beschaffenheit und genügen vorderhand allen Ansprüchen. Das Rudern begann am 1. Januar und endete am 18. Dezember. Durch den Ausfall von größeren Tourenfahrten konnte die vorjährige Zahl der Bootskilometer nicht erreicht werden. Leider mußten 2 geplante größere Ferienfahrten noch im letzten Augenblick wegen unvorhergesehener Ereignisse unterbleiben. Die Anzahl der Fahrten sowie der rudernden Mitglieder ist dagegen gestiegen. – Wir hatten am 31. Dezember ein schuldenfreies Vermögen von zusammen 3465,40 M (im Vorjahre 2459,79 M). Von dem Wunsche erfüllt, daß der Gubener Ruder-Club auch ferner wachse, blühe und gedeihe, und daß ihm auch ferner treue Freunde und Gönner zur Seite stehen mögen, treten wir in das neue Vereins-Jahr hinüber.
Näh – Lernstube des Roten Kreuzes.
Die Näharbeit des Roten Kreuzes hat in diesem Winter sehr stark zugenommen; einerseits sorgen große Aufträge von Seiten der Bekleidungsämter Spandau und Cottbus für die Beschäftigung der Näherinnen , andererseits vermehrt sich die Zahl derselben dauernd, im selben Maße wie die Arbeit in den Fabriken nachläßt. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, in der einen Nähstube zu- gleich die Arbeitsabgabe an die Heimarbeiterinnen mit dem Unterricht der noch ungeübten Näherinnen zu vereinigen. Es wird daher für die Anfängerinnen eine besondere Näh – Lernstube in dem großen Saal der Herberge zur Heimat eingerichtet, den der Verein Herberge zur Heimat dafür in entgegenkommender Weise zur Verfügung gestellt hat. Der Saal bietet Raum für eine große Anzahl von Näherinnen, indes reichen die vorhandenen Nähmaschinen noch nicht aus. Es sind ja schon früher von gütigen Gebern einzelne leihweise überlassen worden, weitere Anmeldungen würden mit großem Dank von der Zentralstelle des Roten Kreuzes entgegengenommen werden. Um aber in jedem Falle die nötige Zahl herbeizuschaffen, würde die Näh- Lernstube auch gut erhaltene Maschinen gegen eine kleine monatliche Vergütung annehmen. Allerdings könnte es sich dabei nur um moderne, gut hergerichtete Maschinen handeln. Anmeldungen werden jederzeit in der Zentralstelle am Buttermarkt entgegengenommen.
Polizeilich beschlagnahmt sind 3 Fahrräder. Deren Eigentümer noch nicht ermittelt werden konnten. Eins ist die Marke Kraus; das zweite anscheinend Marke Blücher oder Reval : das dritte ist umgearbeitet, hat Brennaborfreilauf und breiten roten Streifen in der Mitte des Hinterrades. Weiter ist ein kleiner Handwagen mit besonders starken aber niedrigen Rädern sichergestellt, der grau gestrichen war und an dem die vorderen Holzrungen durch solche von Eisenschienen ersetzt sind. Die Eigentümer können Ansprüche jederzeit auf der Polizei-Wache geltend machen.
Blindenkonzert. Am Sontag, dem 27. Februar findet im Schützenhaussaal ein Wohltätigkeits-Blindenkonzert, verbunden mit einer Verkaufs-Ausstellung der von Blinden hergestellten Arbeiten statt. Das Programm enthält Männerquartette, Violin- und Trompetensolis, Rezitationen, sowie einen Vortrag aus dem Blindenwesen. Eintrittskarten sind bei Krüger u. Oberbeck zu haben. (Siehe Anzeige.)