die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Ein vielversprechendes Früchtchen ist der 13jährige Schulknabe Böhme, kl. Kirchstraße, der in den letzten 8 bis 14 Tagen eine Reihe Diebstähle ausgeführt hat, wobei ihm zum Theil recht ansehnliche Beträge in die Hände gefallen sind. So entwendete er im Hause Neustadt 39 35 Mark, Frankfurterstraße 14 30 Mark, in einem anderen Hause der Frankfurterstraße 30 Pfennig, Wilkestraße 17 98 Mark. Ferner hat er in einem Restaurant in der Crossnerstraße Semmelbeutel gestohlen und außerdem in der Baderstraße eine Wohnung durchwühlt, ohne baar Geld, worauf er es wohl abgesehen hatte, zu finden. Zumeist hatte er die betreffenden Wohnungen mittels Nachschlüssels geöffnet. Bei dem Diebstahlsversuch in der Baderstraße wurde er zufällig im Hausflur gesehen, sodaß wenigstens eine Beschreibung des Burschen der Polizei gegeben werden konnte. Heute Vormittag sah Herr Polizeisergeant Kelm in der Berliner Straße einen Jungen, auf den die Beschreibung paßte, auf der Bahnböschung sitzen. Er versicherte sich seiner und hatte in der That den Dieb erwischt. Böhme wollte nach Berlin fahren, er hatte schon beabsichtigt, mit dem Schnellzuge zu fahren, gab diese Absicht dann aber auf und wartete auf den nächsten Personenzug. Er hatte das gestohlenen Geld zum größten Theile schon durchgebracht, nur von dem letzten Diebstahl, den er heute früh in der Wilkestraße verübte, wobei ihm 98 Mark in die Hände gefallen waren, hatte er noch 73,45 Mark übrig. Im Besitze des vielversprechenden Burschen wurde auch ein Schulentschuldigungszettel gefunden, den er sich selbst geschrieben, aber noch nicht seinem Klassenlehrer zugeschickt hatte.

Grubenunglück Bei Ausübung ihres Berufs verunglückten auf der Abendbrötegrube bezw. Gustavgrube in Rothenbach Sonnabend nacht der 54 Jahre alte Berghauer Karl Hiimer aus Schwarzwaldau, der 50 Jahre alte Berghauer Wilhelm Körner aus Forst und der 23 Jahre alte Lehrhauer Hermann Rösner aus Rothenbach dadurch zu Tode, daß sie durch herabfallende Bruchstücke verschüttet wurden und nur noch trotz schnell herbeigeeilter Hilfe als Leichen hervorgezogen werden konnten.
Vermißt wird ein 15jähriges Mädchen aus Guben, das sich am Sonntag aus dem Elternhause entfernt hat und seitdem spurlos verschwunden ist Die Personalbeschreibung der Vermißten ist im Anzeigenteil enthalten. Etwaige Auskünfte über den Verbleib der Vermißten werden an Herrn Budach, Frankfurterstraße 32 hier erbeten.