die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Der diesjährige Brandenburgische Städtetag wird bekanntlich am 2. und 3. Juni des Jahres in Guben abgehalten werden. Am Vorabend, Sonntag, d. 1. Juni von 8.00 Uhr ab geselliges Zusammensein auf Kaminskys Berg. Montag, d. 2. Juni 7 1/2 Uhr Morgens ab Besichtigungen, Mittags 1 Uhr Fahrt in die Stadtforst, unterwegs Besichtigung der städtischen Obstplantagen. Imbiss in den "Hohlen Bergen". Abends 6 Uhr Festessen im Schützenhause. Abends 9 Uhr Festvorstellung im Stadttheater. Am 2. Tag 7 Uhr Morgens Spaziergang durch die Gubener Berge und Frühstück auf Engelmanns Berg. Weiterhin gibt es Durchführung von Verhandlungen verschiedenen Bürgermeister zwischen den Städten Gubens, Forst, Frankfurt/o., Potsdam u.a.
Das Gymnasium hat das neue Schuljahr angetreten mit 224, die Realschule mit 226, die Vorschule mit 103 Schülern. Die Hauptanstalt hat 10 Schüler mehr, die Vorschule um ebensoviel Schüler weniger. Auffallend gering ist der Zugang von außerhalb gewesen, in der Realschule 5, im Gymnasium 10. Von diesen 15 haben nur 11 hier eine Pension genommen.
Der Rohbau der höheren Töchterschule ist bereits so weit fortgeschritten, daß außer dem Dache der Turnhalle auch der Südflügel in der Dachkonstruktion aufgerichtet werden konnte. In der verhältnismäßig kurzen Bauzeit vom 3. Oktober d. Js. sind bis heute etwas über eine Million Mauersteine vermauert worden, eine respektable Leistung des den Bau ausführenden Maurermeisters. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Schule zum vorgesehenen Termine, Ostern nächsten Jahres, in Benutzung genommen werden kann.



Zur Gubener Baumblüte, die jetzt von neuem einen prächtigen Anblick gewährt, da die Apfelblüte sich entfaltet, kommen täglich Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung, um die Blütentage zu genießen. Nicht oft genug kann man Freunde und Bekannte darauf hinweisen, sich den Genuß der Baumblüte nicht entgehen zu lassen, da sie Herz und Sinn erquickt. In den aufgepflegten Berggassen, die besäumt mit sauberen Obst- und Gemüsegärten sind, läßt es sich herrlich wandern. Und wenn man den Blick von irgend einer Anhöhe umherschweifen läßt, empfängt man einen Eindruck von der herrlichen Natur und der Blütenpracht, der lange in der Erinnerung haften bleibt. Diesmal kommt auch der Berliner Sonderzug am Sonntag noch nicht zu spät. Wenn das Wetter weiter so schön bleibt, wie gegenwärtig - und die Aussicht ist dazu nach der Wetterkarte vorhanden - werden die Gäste am kommenden Sonntag noch viele tausende von Bäumen in farbenprächtigem Blütengewand finden.
(Der Verband der Lausitzer Gemeindebeamten) hielt am Sonntag hier unter Leitung seines Vorsitzenden, des Magistratssekretärs Figula-Forst eine Vorstandssitzung ab, zu der neben den Vorstandsmitgliedern auch Vereinsvertreter aus Bobersberg, Finsterwalde, Kalau, Crossen, Sommerfeld und Spremberg, sowie Vertreter der noch nicht angeschlossenen Vereine aus Guben, Schwiebus und Züllichau erschienen waren. Am Vorabend war eine Sitzung mit Crossener Amtsgenossen zur Besprechung Crossener Vereinsgelegenheiten vorausgegangen. Der Vorsitzende berichtete über die Hauptversammlung des Zentralverbandes und der Kriegstagung des Verbandes Deutscher Beamtenvereine. Zu den Hauptversammlungspunkten wurde eingehend Stellung genommen; im besonderen wurde hingewiesen auf die Bedeutung der eingereichten Bittschriften um Abänderung des Kommunalbeamtengesetzes und Verleihung des passiven kommunalen Wahlrechts, sowie auf die Tätigkeit der Interessengemeinschaft und des Reichsarbeitsausschusses deutscher Beamtenverbände. Besoldungs- und Teuerungsfragen, Anrechnung der Kriegsjahre, Ausbau der Organisation im Zentralverband, Anstellung eines Verbandssyndikus, Fachpresse u.a.m. bildeten weitere Verhandlungspunkte.
Eine Entlastung des kaufmännischen Stellenlosenmarktes strebt der Schutzverband stellenloser Kaufleute und Bureauangestellter in Berlin und in der Provinz Brandenburg E. V. an. Er sucht dies durch persönliche Fühlungnahme mit Behörden sowie mit Großbetrieben in Handel und Industrie zu erreichen und fordert Stellenlose aller Branchen im Anzeigenteil auf, sich bei der Hauptgeschäftsstelle zu melden. Es soll alsdann hier eine Ortsgruppe gebildet werden.
Stadttheater.
Freitag abend gastiert Herr Max Jahn vom Stadttheater in Cottbus als Graf Danilo in „Die lustige Witwe“. Die Uraufführung „Die stärkere Macht“ findet am Sonnabend in Anwesenheit der Verfasserin, Elinor Hopfgarten, statt. Das Werk behandelt einen interessanten Konflikt aus der irischen Revolution. Die Verfasserin ist ursprünglich Lyrikerin gewesen, hat sich aber ihrer ausgesprochenen Veranlagung folgend, dem Drama zugewandt.
Kleine Kirchenmusik findet wieder am nächsten Sonntag im Anschluß an den Hauptgottesdienst (gleich nach 10 Uhr) statt. Außer Herrn Musikdirektor Zierau wirken mit die Herren Hoffmann (Violine) und Rauhut (Violoncello) sowie der Männergesangsverein „Liedertafel“. Zur Aufführung gelangen 1. Fantasie über den darauffolgenden Männerchor „Der Tag des Herrn“ von Kreutzer von M.Palme. 2. Air für Violine von S. Bach. 3. Adagio für Orgel von Beethoven. 4. Sei getreu, Männerchor von J. Zierau. 5. Fantasiestück für Violine, Cello und Orgel von Hanne. Der Eintritt ist frei.
Zusammensetzung des Brotmehles. Vom Lebensmittelamt wird uns geschrieben: Da die Vorräte des Kreises an Roggen erschöpft sind, erfolgt die Belieferung der Stadt mit Brotmehl durch die Reichsgetreidestelle und zwar zu 50 % Weizen-, 35 % Roggen- und 15 % Streckmehl. In diesem Verhältnis muß das Mehl zum Brotbacken verwendet werden. Selbstverständlich müssen auch die Mehlhändler das Mehl in diesem Verhältnis an die Hausbäcker abgeben.
Die erste Motorrad- Prüfungsfahrt Crossen – Guben im „Bezirk Ostmark des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, Sitz München“ war ein Ehrentag für den Sport, für die Veranstalter und für die deutsche Kraftfahrzeugindustrie. Der Tag wird auch in der Geschichte des „Clubs Gubener Motorfahrer“ wie der Stadt Guben ehrenvoll verzeichnet bleiben. Am Sonnabend war der Himmel noch bewölkt, aber er ließ schon ahnen, dass er am Sonntag im sonnigem Blau erscheinen würde. Und richtig. Der Sonntag brach mit prachtvollem Wetter, wie man es sich zu einem Baumblütensonntag nicht besser wünschen kann, an. Es war naturgemäß, daß sich alle Freunde der Natur und vor allem Sportsfreunde den Tag nicht entgehen ließen und sich aufmachten zu einer Fahrt nach Guben. Selten hat ein Baumblütensonntag soviel Fremde in Guben gesehen wie gestern. Nicht nur aus allen Orten der näheren und weiteren Umgebung bis Frankfurt, waren Gäste vertreten, sondern auch von weiterher kamen sie mit Autos und Motorrädern und wollten sehen, was in sportlicher Hinsicht bei der Motorrad-Prüfungsfahrt geleistet wurde.