die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Klärstation. Nachdem die Kläranlage unterhalb des Königsparkes in ihren Hauptteilen, dem Maschinenhause und dem Klärbecken, fertiggestellt ist, beginnt auch das angrenzende Gelände, das durch vielfache Bodenbewegungen, Kanalisierungen und Maurerarbeiten einen fortgesetzt wechselnden Anblick darboten, festere und dauernde Gestalt anzunehmen, die auch dem Laien zeigt, wie sich die Gesamtanlage nach ihrer Vollendung dem Auge präsentieren wird. Der Platz vor dem gefälligen Maschinenhause ist durch Zufüllung der bisherigen tiefen Baugrubenböschung planiert. Auf der Ostseite hat man die zum Klärbecken hinuntergehenden Abhänge der Baugrube planiert und befestigt und gleichzeitig einen langen und breiten Zugangsweg hergestellt.
(Kein Oderdammbruch.) Das Gerücht eines neuen Oderdammbruches, das in der weiteren Umgegend verbreitet war, hat sich, wie die Frankf. Od.-Ztg. an Ort und Stelle erfahren hat, glücklicherweise noch nicht bewahrheitet. Wohl führte die Neiße, die gegenüber von Schiedlo in scharfem Winkel in die Oder fließt, sehr gefährliches Hochwasser, aber von einer Katastrophe wäre noch nichts zu melden. Die Oder wüchse in besorgniserregender Weise. Die Überschwemmungen des Vorlandes und der Wiesen nähmen stetig an Umfang zu. An der Verstärkung des Schiedloer Dammes werde unausgesetzt gearbeitet. Bei erheblichem Anwachsen des Wassers sowie bei Ausbruch starker Ströme, die das Wasser gegen den gefährlichen Damm treiben, ist man in Schiedlo, diesem Dorfe mit der ewigen Wassersgefahr allerdings, auf eine neue Durchbruchkatastrophe gefasst. Angesichts der unaufhörlichen Wassersgefahr beabsichtigt die Regierung, die Schiedloer Bevölkerung, die mit großer Treue an ihrer oft bedrohten Scholle hängt, in Posen anzusiedeln.
Eröffnung der Jagd. Durch Beschluß des Bezirksauschusses ist für den Regierungsbezirk Frankfurt a. O. als Tag der Eröffnung der diesjährigen Jagd festgesetzt worden: a) auf Fasanenhähne und Fasanenhennen Mittwoch, der 30. September; b) auf Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner, der 24. August.
Der Herbst im Sommer. Schon bei unserm gestrigen Bericht über die Hundstage, brachten wir zum Ausdruck, daß sich eine herbstliche Witterung empfindlich bemerkbar macht. Es wird nun berichtet, daß die augenblickliche Luftdruckverteilung die ungünstigste Witterung hervorruft, die in Deutschland während der Sommermonate überhaupt vorkommen kann. Wir befinden uns seit längerer Zeit im Südwesten der Depression; auf ihrer anderen Seite, im Nordosten, herrscht andauernd schönes und selbst heißes Wetter: Haparanda meldet seit mehreren Tagen Morgentemperaturen, die zu den höchsten von ganz Europa gehören, und auf der gestrigen Wetterkarte war in der Tat Haparanda neben Florenz der wärmste Ort des ganzen Erdteils! Auch am Weißen Meer und jenseits des Polarkreises herrscht sehr warmes, herrliches Sommerwetter - in Deutschland aber ist es herbstlich kalt. Eine kleine Besserung wird ja wohl bald erfolgen, aber eine durchgreifende Aenderung des Wetters ist in nächster Zeit nicht wahrscheinlich, denn die Luftdruckverteilung weist seit längerer Zeit eine gewisse Beständigkeit auf, die wohl fürs erste große Umwälzungen kaum erwarten läßt.



Anmeldung von ausgedroschenen Getreide. Wie uns geschrieben wird, sind dem Statistischen Amt noch keinerlei Meldungen über ausgedroschenes Getreide eingegangen. Die heutige Nummer bringt zum zweiten Mal eine Bekanntmachung über die Meldepflicht bei Erdrusch des Getreides. Alle Landwirte, die bis jetzt schon ausgedroschen und dies trotz der Bekanntmachung noch nicht angemeldet haben, müssen dies zur Vermeidung der Strafverfolgung umgehend tun. Außerdem ist es unbedingte Pflicht aller Landwirte, in Anbetracht der schwierigen Versorgungslage alles Getreide, das sie nicht für die ersten Monate nach dem 15.August zur Selbstversorgung brauchen, abliefern.