die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Mittel gegen Schlaflosigkeit. Viele Leute klagen, daß sie nicht einschlafen können und es doch besser sei, außer Bett zu bleiben und Nachts lieber eine Beschäftigung zu treiben, als mit Langeweile, Verdruß und Gedankenflucht im Bett zu liegen. Es ist bei solcher Klage zunächst nachzuforschen, ob eine krankhafte Ursache, z.B. Reizung der Gehirn- und Unterleibsnerven durch Blutdruck, Würmer etc. oder ob Angewöhnung die Ursache der Schlaflosigkeit sei; die erstere, krankhafte Ursache muß der Arzt zu beseitigen suchen., die Angewöhnung aber ist durch ein einfaches Mittel zu bezwingen, welches schon Hufeland als wirksam empfiehlt. Man steht nämlich von selbst, oder durch Aufwecken gezwungen, jeden Morgen recht früh auf, einerlei, ob man die Nacht gewacht oder erst gegen Morgen Schlaf bekommen habe. Nach etwa acht Tagen konsequenter Ausführung dieser Maßregel wird man Abends Müdigkeit empfinden und im Bette sanft einschlafen. Die vielen empfohlenen Kunstmittel, um die Schlaflosigkeit zu überwinden und das Einschlafen zu vermitteln, wie Zählen, Verfolgen eines gleichgültigen Gedankens bis zur Ermüdung, Verfolgen seines eigenen Einathmens und Ausathmens oder sonstige andere Hülfsmittel, haben wohl selten Erfolg, aber vor Allem gehe man nicht mit dem Gedanken in´s Bett, doch nicht einschlafen zu können, denke nicht an das Einschlafen, lausche nicht auf den Moment eintretender Vorgefühle des Schlafes, All dies führt vom unfreiwilligen Schlaf ab und regt auf, statt zu beruhigen.
Das grüne Laub ist bei den meisten Bäumen verhälthnismäßig früh dem Tode geweiht. Sehr interessante Untersuchungen über die durchschnittliche Entwicklungsdauer der Vegetation veröffentlicht die würtembergische statistische Landesanstalt.
Vom Ausschlagen bis zur Laubverfärbung verstreichen z.B. bei den Roßkastanien und den Birken 168, bei den Buchen 164 und bei den Eichen nur 158 Tage.
Die Zeit vom Ausschlagen bis zum völligen Ergrünen muß man, je nach dem Standort der Bäume, auf 8 bis 23 Tage schätzen; in vollem Grün zeigen sich also die Laubbäume nur etwa in einem Zeitraum von zwei Fünfteln des Jahres.
Neue Straßennamen. Vier Straßenzügen in der Sprucke sind folgende Bezeichnungen beigelegt worden: Spruckerstraße, Mühlenstraße, Bethanienstraße und Grochestraße. Sehr wünschenswert erscheint es, daß auch endlich die kleinen namenlosen Gassen, welche in den Markt einmünden, einen Namen erhalten, ferner der Platz an der Neustadt, gegenüber dem Dannebergschen Grundstück, hinter der Schmiede.


Das Bauprojekt für das Volksbad auf dem Getreidemarkt ist in der gestrigen Stadtverordnetensitzung genehmigt worden. Das Bad soll 10 Brause- und 5 Wannenzellen für Männer und 1 Brause- und 4 Wannezellen für Frauen erhalten. Aus der städtischen Stiftung, die aus Anlaß der Feier der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares für diesen Zweck gemacht wurde und aus sonstigen Zuwendungen stehen 35 000 M zur Verfügung. Der Bau ist aber auf 50 000 M veranschlagt, sodaß 15 000 M einstweilen von der Stadtkasse geliehen werden müssen. Das Bad wird den Namen Wilhelm-Auguste Victoria-Bad führen.
Die Bahnwirte werden ersucht, nicht durch Feilhalten von Lebens- und Genußmitteln englischer, französischer, russischer, japanischer Herkunft wie Apollinaris, französische Schnäpse, englische Porters, russische Zigaretten usw. feindliche Volkswirtschaften zu unterstützen. Wenn diese ausländischen Waren nicht mehr geführt werden, so wird das deutsche Publikum die Güte der deutschen Erzeugnisse mehr schätzen lernen. Zu wünschen wäre, daß das deutsche Publikum das Seine in gleicher Richtung täte.