die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Lübbenau: Das Spreewalddorf Lehde war bis jetzt noch nie im Besitz einer Feuerspritze. Jetzt hat sich die Gemeinde eine solche zugelegt, sie wurde am Mittwoch im Beisein des Stabes der Lübbenauer Feuerwehr geprobt. Sie stammt von der Firma Kolbe-Luckenwalde und kostet ca. 900 Mark. Es ist eine sogenannte Abprotzspritze und die Art dieser Konstruktion ist gerade für das Wasserdorf Lehde sehr notwendig, da ja die Spritze fast immer per Kahn zur Feuerstelle transportiert und deshalb von den Rädern abgeprotzt werden muß. Obgleich die Häuser des Dorfes Lehde heute noch vielfach aus Holz bestehen und mit Rohr gedeckt sind und früher ausschließlich aus diesem sehr feuergefährlichen Material gebaut waren, so hat das Dorf doch seit mindestens zwei Jahrhunderten keinen Hausbrand gehabt, sodaß die Haltung einer Feuerspritze eigentlich überflüssig geworden war. Hoffentlich wird das Dorf auch nach Anschaffung der Spritze noch recht lange von Feuersbrünsten verschont bleiben
Eine lustige Hahnengeschichte beschäftigte dieser Tage das Oberverwaltungsgericht. In Homburg v.d.H. lebt ein Rentner Theodor Küllmann, dessen Lieblingsbeschäftigung die Hühnerzucht bildet, die er in großem Maßstabe betreibt. Besonders stolz ist er auf 15 Hähne, welche bei den Nachbarn nicht besonders beliebt sein sollen, da sie schon in den frühesten Morgenstunden ihre Stimmen im Chor erschallen lassen. Eine Nachbarin beschwerte sich besonders über den Chorgesang der Hähne bei der Polizeibehörde und behauptete, sie würde durch die Hähne bisweilen schon vor 3 Uhr morgens in ihrem Schlafe gestört. Die Polizei stellte darauf dem Rentner eine Verfügung mit Strafandrohung zu, worin ihm zur Pflicht gemacht wurde, das gesundheitsschädliche Krähen der Hähne auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Der Rentner führte Beschwerde beim Regierungspräsidenten und Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, erhielt jedoch abschlägigen Bescheid. Der Oberpräsident erklärte, das Geschrei der Hähne in den frühen Morgenstunden erscheine geeignet, die Nachtruhe der Nachbarn zu stören und eine Gesundheitsschädigung herbeizuführen.
Alsdann strengte Küllmann gegen den Oberpräsidenten Klage vor dem Oberverwaltungsgericht an und hob hervor, durch das Krähen der Hähne könne unmöglich die Gesundheit der Nachbarn geschädigt werden; ferner aber erscheine die polizeiliche Auflage auch unausführbar.
Den Hähnen könne das Krähen nicht untersagt werden; schalldichte Wände seien noch nicht erfunden. Der erste Senat des Oberverwaltungsgerichts setzte die polizeiliche Verfügung außer Kraft, weil sie zu unbestimmt sei. In der Verfügung werde nicht angegeben, in welchen Stunden das Krähen der Hähne herabgemindert werden soll; ferner aber sei nicht klar, was unter einem erträglichen Maße verstanden werde.
Ein musikalischer Wolkenkratzer. Eine eigenartige Statistik stellt ein amerikanische Blatt auf. In Minneapolis gibt es ein vierzehn Stock hohes Haus, in dem man 129 Klaviere, 23 Orgeln, 7 Geigen, 37 Celli und verschiedenen andere Instrumente im Besitz von Einwohnern gezählt hat. Die Hausordnung dieses Wolkenkratzers verbietet es wenigstens, vor acht Uhr morgens und nach zehn Uhr abends Musik zu machen. Aber es muß auch in dem Hause schön zu wohnen sein, wenn innerhalb dieser Stunde alle diese Instrumente in Tätigkeit gesetzt werden.
Während der Baumblüte wird ein Sonderzug aus Berlin nach Guben abgelassen werden. Der Verkehrsverein, der sich mit dem Verein der Gubener in Berlin in Verbindung gesetzt hat, hat bei der königl. Eisenbahndirektion die Ablassung eines Sonderzuges gegen eine bestimmte Garantie durchgesetzt. Der Zug wird Sonntag den 9. Mai früh von Berlin abfahren und nur in Frankfurt a. Oder halten, wo ebenfalls Fahrgäste einsteigen können. Die genaue Abfahrtzeit wird noch bekannt gegeben werden. Den Vertrieb der Billets in Berlin übernimmt der Vorstand des Vereins der Gubener in Berlin. Schon jetzt ist bei diesem die Zahl der Anmeldungen sehr beträchtlich. Der Verein der Gubener in Berlin hat eine starke Mitgliederzahl, und viele von ihnen werden die Gelegenheit benutzen, mit ihren Angehörigen ihre Vaterstadt zu besuchen….
Ostertage voll Sonnenglanz und Lenzesduft – entgegen den düsteren Prophezeihungen unserer Wetterpropheten, die für Ostern trübes, graues Regenwetter voraussagten…

Freimarken zugunsten der Kriegsbeschädigten. Der Reichspostminister hat auf Veranlassung des Reichsausschusses der Kriegsbeschädigtenfürsorge verfügt, daß vorerst 1 Million Freimarken zu 10 Pfennig und 1,5 Million zu 15 Pfennig mit dem schwarzem Ausdruck „5 Pfennig für Kriegsbeschädigte“ hergestellt werden. Diese Marken werden während des Monats Mai mit einem Aufschlag von 5 Pfennig für das Stück ohne Beschränkung ihrer Gültigkeitsdauer bei den Postanstalten des Reichspostgebietes zum Verkauf gelangen. Der Ertrag des Aufschlages wird dem Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge überwiesen werden.
Stadtbücherei und Volkshochschule haben am 1. April ihr erstes volles Betriebsjahr vollendet. Beides sind Neueinrichtungen. Die Stadtbücherei hat sich von der alten Volksbibliothek abgewendet und verfolgt die Ziele der Einheitsbücherei. Der gegenwärtige Bücherbestand beträgt 11 000 Bände, von denen über 7000 der volkstümlichen Abteilung angehören. Wie sehr die Stadtbücherei in ihrem Ausbau den Bedürfnissen der Einwohner entgegenkommt, das beweist die gewaltig steigende Benutzung. Die Bücherentleihungen, die in dem letzten Betriebsjahr der alten Volksbücherei 26768 Bände betrugen, sind auf 49 478 Bände angewachsen. Der Besuch in den Lesezimmern stieg von 4202 Personen auf 6274. Im Februar wurde der Stadtbücherei eine Kinderlesehalle angegliedert, die einen durchschnittlichen Tagesbesuch von 53 Kindern aufzuweisen hat.
Stadtbücherei und Volkshochschule haben am 1. April ihr erstes volles Betriebsjahr vollendet. Beides sind Neueinrichtungen. Die Stadtbücherei hat sich von der alten Volksbibliothek abgewendet und verfolgt die Ziele der Einheitsbücherei. Der gegenwärtige Bücherbestand beträgt 11 000 Bände, von denen über 7000 der volkstümlichen Abteilung angehören. Wie sehr die Stadtbücherei in ihrem Ausbau den Bedürfnissen der Einwohner entgegenkommt, das beweist die gewaltig steigende Benutzung. Die Bücherentleihungen, die in dem letzten Betriebsjahr der alten Volksbücherei 26768 Bände betrugen, sind auf 49 478 Bände angewachsen. Der Besuch in den Lesezimmern stieg von 4202 Personen auf 6274. Im Februar wurde der Stadtbücherei eine Kinderlesehalle angegliedert, die einen durchschnittlichen Tagesbesuch von 53 Kindern aufzuweisen hat.