die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Das hiesige städtische Museum ist um ein interessantes Ölbild bereichert worden, das den Betrachter um dreihundert Jahre in die Vergangenheit Gubens zurückversetzt. An der Stelle des Hauses Königstraße 3 lag früher das St. Annen-Spital, dessen auch Looke in seiner Chronik gedenkt, mit 10 Insassen, in dem sich auch eine kleine Kirche mit einem Türmchen befand. Die letztere soll später in die Hospitalküche umgewandelt sein. Das alte Gebäude ist angeblich erst um 1830 abgebrochen worden, um dem gegenwärtigen Platz zu machen. Das bezeichnete Bild stellt zugleich die Innenseite des Werdertors dar, von dem eine kleine plastische Nachbildung und die Ansicht der Außenseite als Zeichnung und als Postkarte gleichfalls im Museum ausgestellt ist (letztere im Handel vergriffen). Der Entwurf des Ölgemäldes, das als sehr wohl gelungen bezeichnet werden muß, beruht nach dem beigefügten Kärtchen auf Bodenfunden, alten Stadtbildern und mündlichen Nachrichten; es kann während der Besuchsstunden des Museums (Sonntags 11 – 1 Uhr) besichtigt werden.
Einquartierung. Vom 3. bis 9. September müssen wir bei uns wieder eine große Anzahl Truppen aufnehmen. Insgesamt werden 290 Offiziere, 6000 Unteroffiziere und Gemeine, sowie 620 Pferde einquartiert werden… Wie im Jahre 1905 wird daher auch in diesem Jahre das Bild der von Militär belebten Straßen eine entsprechend nette Abwechslung bieten.
Der Astronom Johann Gottfried Galle, der am Sonntag zu Potsdam im Alter von 98 Jahren verstorben ist, war, wie uns mitgeteilt wird, vor mehr als sieben Jahrzehnten Lehrer am hiesigen Gymnasium, das ihm zu seinem 95. Geburtstage einen Glückwusch sandte. In dem Antwortschreiben gedachte er der einstigen Kollegen, die nicht mehr sehr vielen der jetzt hier lebenden aus ihrer Jugendzeit her noch bekannt sind.
Gerichtssaal.
Strafkammer. Guben, 11. Juli. Der mehrfach vorbestrafte, 1860 geborene Arbeiter Gustav H. aus Guben ist angeklagt, Mitte Dezember bei Kerkwitz 20 junge Kiefern aus einer Schonung des Fleischermeisters Gustav Bölcke in Groß-Gastrose entwendet zu haben. Er gestand ein, 8 Stück Christbäume geschnitten und verkauft zu haben. Durch Zeugen wird festgestellt, daß Angeklagter an einer Stelle 9, an einer anderen Stelle 10 Bäumchen entwendet hat. Der Gerichtshof hält nur 9 Bäume als entwendet und erkennt auf 45 M. Geldstrafe und 14 Tage Gefängnis, sowie Einziehung des Messers und Schadenersatz von 4,50 M. an den Fleischermeister Bölcke.
