die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Jetzt ist die rechte Zeit, Schutzvorrichtungen gegen die Verheerungen durch Apfelblütenstecher zu treffen. Ein sehr einfaches und billiges Fangmittel sind um die Baumstämme geschlungene Heuseile, über welche man mehrfach zusammengefaltetes Zeitungspapier mit Bindfaden befestigt. Diese einfachen Fallen bieten schädlichen Insecten trockenen Unterschlupf, und die Erfahrung hat gelehrt, daß sich eine große Menge derselben darin sammelt. Die Heuseile werden im Februar von den Bäumen abgenommen und sammt den gefangenen Apfelblütenstechern verbrannt. So sehr empfehlenswerth diese Art der Bekämpfung auch ist, so erübrigt sie doch nicht das Abklopfen der Schädlinge in untergehaltene Tücher im Frühjahr. Dies ist schon deshalb nothwendig, weil die Thiere zur Zeit der Eierablage direct in die Baumkrone fliegen. Es ist ein großer Fehler, wenn die Leimringe zu spät angebracht werden. Die meisten Obstbaumbesitzer warten damit bis in den November und December hinein. Das Besteigen der Stämme z. B. durch das Weibchen des Frostspanners beginnt in normalen Jahren schon in der letzten Octoberwoche. Auf einen Uebelstand sei endlich noch aufmerksam gemacht, der bei Bäumen, die noch an Pfählen stehen, häufig vorkommt und Veranlassung giebt, dass die Anlegung des Leimringes ganz illusorisch wird. Der Pfahl muß auch einen Leimring erhalten! Sonst kriecht das Insekt einfach am Pfahl in die Höhe und geht über das Baumband in die Krone. Baum- und Pfahlleimbänder müssen außerdem genau in derselben Höhe sitzen! Sitzen sie verschieden hoch, so kann man sich leicht vorstellen, wie dem Thiere Gelegenheit gegeben wird, durch Hin- und Herkriechen vom Baum zum Pfahl und umgekehrt, die ihm verderblichen Leimringe zu vermeiden.

Ein strenges Gesetz gegen Junggesellen ist vor kurzem in einem Staate der argentinischen Republik verkündet worden. Das Heiratsalter in Argentinien beginnt mit 20 Jahren. Wenn ein Mann von der Zeit an bis zum 30. Jahre unverheirathet bleibt, muß er monatlich 20 Mark bezahlen. In den nächsten 5 Jahren wächst die Abgabe um 100 Prozent. Zwischen 35 und 50 Jahren zahlt er eine monatliche Geldstrafe von 80 Mark, von 50 bis 75 Jahren 120 Mark monatlich, und erst nach 75 Jahren wird die Abgabe auf 40 Mark jährlich ermäßigt. Nach dem achtzigsten Jahre bezahlt der Junggeselle nichts mehr. Wittwer dürfen 3 Jahre trauern und müssen sich dann wieder verheirathen. Wer in einem Jahr nachweisbar dreimal einen Korb bekommen hat, wird von der Steuer befreit. Das Gesetz soll Wunder wirken.



Teuplitz. 18.Okt. (Tödlicher Unglücksfall.) Bei einem Schornsteinbau, der in Teuplitz ausgeführt wird, stürzte der Schornsteinbauer Gustav Mohr aus Sommerfeld, ein Mann von 38 Jahren, aus einer Höhe von 38 Metern herab. Noch lebend, aber fruchtbaren äußeren und inneren Verletzungen wurde der Verunglückte aufgehoben. Nach Anlegung von Notverbänden wurde er nach Forst in das Krankenhaus gebracht. Hier ist er bald nach der Ueberführung verstorben. Der Verunglückte war unverheiratet.
Verhafteter Schwindler.
Seitens der Kriminalpolizei wurde ein Betrüger festgenommen, der sich als Gutsinspektor Klopp ausgegeben hatte, und Leuten gegen Zahlung eines Vorschusses Kartoffeln verkaufte, die er bisher nicht besessen hat. Auch hat er sich als Gutsinspektor Paul Lange ausgeben. Wie bisher festgestellt werden konnte, handelt es sich um einen ganz geriebenen Schwindler, dessen Einnahme nicht ganz unerheblich war. Geschädigte werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.