die Förderung ...
der Heimatpflege zwischen den Heimatgebiet ansässigen und den außerhalb des Heimatgebietes lebenden Landsleuten
„Theodor Fontane“
Guben vor 100 Jahren
Die Gubener Zeitung, von 1871 bis 1944 kann auf Rollfilm in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Guben eingesehen werden.
Im Online-Archiv der Gubener Zeitung haben wir für Sie einige Beiträge von 1901 bis 1921 zusammengestellt.
Dem Fonds zu einem Denkmal für Corona Schröter in ihrem Geburtsort Guben hat, wie gestern bereits mitgetheilt, die Goethegesellschaft 500 Mark überwiesen. Ferner wurde beschlossen, auf dem Grabe der Künstlerin zu Ilmenau eine neue Grabesstelle anfertigen zu lassen.

Der Polizeihund „Prinz“ hat einen neuen Erfolg zu verzeichnen. Einem Besitzer in Wellmitz waren schon wiederholt Baumstämme abgeschnitten und entwendet worden. Als dies vor einigen Tagen wieder geschah, wandte er sich an die hiesige Polizeibehörde, die den findigen „Prinz“ mit seinem Führer aussandte. Kaum hatte der Hund Witterung genommen, als er eine Spur verfolgte und schließlich einen Arbeiter aus Wellmitz als den Dieb stellte. Das gestohlene Holz wurde auf dem Hofraum noch vorgefunden.
Der heutige Wochenmarkt war mit Gemüse und Frühobst wiederum nur schwach beschickt. Der mit voller Kraft einsetzende Versand nach Berlin tut der Versorgung der hiesigen Bürgerschaft mit Gemüse und Frühobst starken Abbruch. Während ganze Eisenbahnwagen voll Gemüse und Frühobst von hier ausgeführt werden, ist es den Gubener Hausfrauen nicht möglich, weder auf dem Markt noch direkt bei den Produzenten ihren Bedarf zu decken, weil die Händler an Ort und Stelle alles aufkaufen und nach auswärts verfrachten. Wir haben schon im vorigen Jahre auf diesen in der hiesigen Bürgerschaft schwer empfundenen Mißstand wiederholt hingewiesen und auch in der Stadtverordnetenversammlung wurden vor noch gar nicht langer Zeit Maßnahmen zur Versorgung der hiesigen Einwohnerschaft mit Gemüse und Obst verlangt, die vom Magistratstische aus auch zugesagt wurden. Soll nicht wieder eine Mißstimmung wie im vorigen Jahre hier Platz greifen, so ist es jetzt an der Zeit, aus den Erwägungen heraus zu Taten überzugehen, vielleicht derart, daß die Produzenten verpflichtet werden, an gewissen Tagen, der Reihe nach abwechselnd, den Markt zu beschicken; im Weigerungsfalle wäre, nach dem Beispiel der Stadt Crossen, die Ausfuhr solange zu sistieren, bis zunächst einmal die eigene Bürgerschaft mit Obst und Gemüse versorgt ist. Wie aus den Marktberichten der Berliner Blätter hervorgeht, fehlt es der Reichshauptstadt z.Zt. nicht an frischem Gemüse; es wird sogar berichtet, daß die Zufuhr ziemlich groß seien. (siehe unter Nah und Fern). Dazu kommt noch, daß die ganze Havelniederung mit dem Werderschen Bezirk ausschließlich zu Lieferungen an die Reichshauptstadt verpflichtet sind, so daß unsere Gubener Einwohnerschaft mit Recht eine Belieferung des Marktes mit dem auf Gubens Bergen und Fluren wachsenden Obst und Gemüse verlangen kann.
Trinkt keine ungekochte Milch! Im „Kreisblatt“ macht der Landrat des Kreises Guben folgendes bekannt: Vor kurzem ist in einem benachbarten Kreise der Typhus ausgebrochen, dessen ausgedehnte Verbreitung nach dem Ergebnis der amtlichen Erhebungen tatsächlich durch eine Verseuchung der Milch verursacht worden ist. Um gesundheitlichen Gefahren durch den Verkehr mit Milch, die bei Verseuchung die Entstehung und Verbreitung nicht nur des Typhus, sondern auch anderer übertragbarer Krankheiten vermitteln kann, von vornherein zu begegnen, ersuche ich die Ortsbehörden, die Ortseinwohner von Zeit zu Zeit vor dem Genuß ungekochter Milch zu warnen und bei den Molkereien auf die Pasteurisierung der Milch nachdrücklich hinzuwirken. Sauer gewordene Magermilch, bei der das Kochen und Pasteurisierungsverfahren nicht verwendbar ist, kann zu Quark verarbeitet werden.
Deutsche Turnerschaft. Gelegentlich des am kommenden Sonntag hier stattfindenden Niederlausitzer Volkswetturnens (siehe unter Sport) soll der Plan zu einem engeren Zusammenschlusse der drei Lausitzer Turngaue entworfen werden. Es findet zu diesem Zwecke am Sonntag vormittag um halb 11 Uhr eine Zusammenkunft der 3 Gauvertreter und Gauturnwarte im Schwarzen Bär statt. Gauvertreter Marby – Cottbus wird dort einen Vortrag über „Arbeiterturnvereine und deutsche Turnvereine“ halten, zu dem alle Turner und Turnfreunde eingeladen sind.

Vortrag. Im Schützenhause spricht am Sonnabend der Schriftsteller Willy Finger über Professor Steinachs aufsehenerregende sexuelle Entdeckungen. (siehe Anzeige.)